
Roger Willemsen
Freitag, 10. September 2010
20.00 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr
Tickets € 13,-
Webseite:
www.roger-willemsen.de
Die Enden der Welt
Manchmal kommt der Reisende auf der Rückseite einer Landschaft an, dort, wo man glaubt, dass sie sich abwendet. Jahrelang war Roger Willemsen auf allen fünf Erdteilen unterwegs, um seine Enden der Welt zu finden. Manchmal ließen sich diese geographisch lokalisieren: Das Kap von Südafrika, Patagonien, der Himalaja, Tonga, der Nordpol. Manchmal handelte es sich auch um Orte auf der Grenze zu einer Todeszone, der Wüstenort mit dem Blick auf die Sahel Zone, die vom Vulkan verschüttete Stadt in Südchile, ein Dorf über dem trocken gelegten Lago Fucino, das „Non plus Ultra“ der Alten Welt zwischen Gibraltar und Nordafrika oder San Louis im Senegal, die Hafenstadt, in der der afrikanische Sklavenhandel zentralisiert wurde. Manchmal aber handelt es sich auch um individuell erfahrene Schlusspunkte: ein Bordellflur in Bombay, eine Bahnstation in Birma, ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Sackgasse im indonesischen Dschungel, eine Behörde im kriegszerrütteten Kongo.
An allen diesen Orten kam es außerdem zu außergewöhnlichen Ereignissen, Todesfällen, Katastrophen, Euphorien, Räuschen, mysteriösen Verstrickungen und immer wieder auch zu bemerkenswerten Begegnungen, die sich zu Geschichten verdichteten. Willemsen bestieg einen sibirischen Vulkan, besuchte indische Huren, war Gast in einem chilenischen Gefängnis, reiste mit einem russischen Eisbrecher, entkam auf einer pazifischen Insel einem Schiffsunglück, zelebrierte in Sulawesi eine Beerdigung, besuchte das Exil der Tuaregs und den Ort der Scheintoten in Katmandu.
Seine Reisen nahmen dabei immer auch wieder existentielle Wendungen, und so geht es in seinen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: das Ende der Ordnung, der Verständigung, der Liebe, des Begehrens, der Illusion, der Sprache und auch um das Ende des Lebens.
„Die Enden der Welt“, das ist die Summe von Willemsens Arbeit als Reiseschriftsteller, ein stark erzählerisches, farbintensives, ebenso sinnliches wie kluges Buch, prall von Wirklichkeit.
Foto: Alexander Mirsch

Last Night Of The Proms
Samstag, 11. September 2010
ab 20.00 Uhr
Verzehrbons € 8,-
Direktübertragung aus der Royal Albert Hall in London
Das wohl ungewöhnlichste klassische Konzert der Welt findet jedes Jahr in London statt. Der krönende Abschluss der Promenadenkonzerte, die Last Night Of The Proms, wird am
11. September in der Royal Albert Hall in London gefeiert.
Tausende Zuschauer in der Halle und im Hyde Park vor der Großleinwand werden Fähnchen und Hüte schwenken und nicht nur bei der britischen Nationalhymne mitsingen.
Wie schon seit Jahren, schaltet sich das Magazin auch diesmal live dazu und überträgt dieses Highlight auf die Kinoleinwand.
Zur Einstimmung wird es traditionell wieder die entsprechende kulinarische Versorgung geben: Gurkensandwiches, Chips. Tee, Cider und natürlich englisches Bier. Selbstverständlich wird auch auf der Leinwand wieder ein passendes Einstimmungsprogramm gezeigt.

Ralph Giordano
Freitag, 12. November 2010
20.00 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr
Tickets € 13,-
Webseite:
www.kiwi-verlag.de
Mein Leben ist so sündhaft lang. Ein Tagebuch
Brillant geschrieben und von bestechender Eindeutigkeit – Ralph Giordanos Tagebuch
”Ich kann nicht leben, ohne zu schreiben“, vertraut Ralph Giordano seinem Tagebuch an, aber er kann auch nicht leben, ohne die Stimme zu erheben, wenn Unrecht geschieht. Ein Jahr lang protokolliert Giordano, was ihn beschäftigt, aufregt und bewegt – vielleicht sein persönlichstes Buch. Ein Jahr lang, vom Geburtstag 2009 bis zum Geburtstag 2010, hat der große deutsche Publizist und Schriftsteller sich und seine Zeit kritisch und selbstkritisch unter die Lupe genommen. Dabei hat er ganz genau hingeschaut. Ob es um Bundeswehreinsätze in Afghanistan, Aufstände in Teheran, den Einsturz des Kölner Stadtarchivs, eine Huldigung an Herta Müller oder Einblicke in seine persönliche Arbeitsweise geht – es sind Aufzeichnungen, die zeigen, wie eng verbunden dieses Leben mit den großen Strömungen und Bewegungen unserer Zeit ist. Gleichzeitig aber gestatten sie einen tiefen Einblick ins Private, ohne Voyeure zu bedienen oder den Mutterwitz des Autors zu verbergen.
Was den rastlosen 87-Jährigen jung hält, ist die Verteidigung jener Staats- und Gesellschaftsordnung, in der er sich nach den bitteren Erfahrungen seiner Jugend in Hitler- Deutschland einzig sicher fühlt: der demokratischen Republik, dem demokratischen Verfassungsstaat. Wann immer er sie bedroht wähnt, ob von rechts, von links oder von radikalen Muslimen, ist der scharfsichtige und unbestechliche Zeitzeuge zur Stelle. Seine offene Kritik an anti-emanzipatorischen und menschenrechtsfeindlichen Erscheinungen innerhalb der türkisch-muslimischen Parallelgesellschaften hat den versandeten Diskurs über das Integrations- und Migrationsproblem in Deutschland auf eine neue öffentliche Ebene gehoben. Diese Auseinandersetzung mit deutschen Multi kulti-Illusionisten und integrationsabstinenten Muslimen führt Giordano an der Seite kritischer Muslime. Dass sich damit der Gefahrenpegel für ihn erhöht hat, nimmt er hin.
Ralph Giordano wurde 1923 in Hamburg geboren. Nach der Befreiung am 4. Mai 1945 durch britische Truppen arbeitete er als Journalist und Publizist, als Fernsehdokumentarist und Schriftsteller. Er ist Autor zahlreicher Bestseller, darunter: Die Bertinis, 1982. Die zweite Schuld oder Von der Last Deutscher zu sein, 1987. Ostpreußen ade, 1994. Deutschlandreise, 1998 und Sizilien, Sizilien! Eine Heimkehr, 2002. Zuletzt erschien seine Autobiographie Erinnerungen eines Davongekommenen (2007).
Foto: Fotostudio Scharfgans

Harry Rowohlt und Frank Schulz lesen und erzählen
Freitag, 10. Dezember 2010
20.00 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr
Tickets € 13,-
Webseite:
www.tomprodukt.de
Harry Rowohlt und Frank Schulz
lesen und erzählen aus ihren Werken: Szenen und Kolumnen, im Duett und solo, mit
Aus- und Abschweifungen.
Harry Rowohlt, geboren 1945 in Hamburg, lebt in Hamburg Eppendorf, ist Übersetzer, Rezitator und Gelegenheitsschauspieler in der “Lindenstraße”. Er hat weit über 100 Bücher aus dem Englischen ins Deutsche übertragen, darunter A.A.Milnes “Pu der Bär”, Frank McCourts Bestseller “Die Asche meiner Mutter” und Shel Silversteins “Raufgefallen”.
Frank Schulz, geboren 1957 in Hagen bei Stade,lebt als freier Autor in Hamburg. Seine Romantrilogie “Kolks blonde Töchter”, “Morbus fonticuli oder die Sehnsucht des Laien” und das “Ouzo-Orakel” ist ein großer Publikums- und Kritikererfolg.
Foto Frank Schulz: Hans Saalfeld